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Liquidity Mining – Langfristiger Trend oder DeFi Hype?

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Das Jahr 2020 neigt sich so langsam dem Ende zu und ein Gewinner steht jetzt schon fest: DeFi! Während der US-Dollar-Wert vieler DeFi Governance Token inzwischen eingebrochen ist, verzeichnet der Total Value Locked einen neuen Höchststand.

DeFi Pulse
Quelle: DeFi Pulse, 24.10.2020

Decentralized Finance konnte in den letzten Monaten ein enormes Wachstum verzeichnen. Dieses war maßgeblich getrieben von Liquidity Mining und Yield Farming. Doch was steckt hinter diesen Trends? Und wie nachhaltig sind sie?

Häufig werden Liquidity Mining und Yield Farming in einem Atemzug genannt oder als Synonyme verwendet. Aber wenn man genau hinsieht, erkennt man einen Unterschied. Ohne Liquidity Mining wäre der Begriff Yield Farming wahrscheinlich nicht entstanden. Was steckt also hinter Liquidity Mining? Folgende Definitionen schaffen Klarheit:

Liquidity Mining und Yield Farming

Liquidity Mining ist ein dezentraler, gemeinschaftlicher Mechanismus, bei dem Teilnehmer ihre Kryptowährungen in einem Pool einsetzen, um Liquidität auf einem Markt für bestimmte Token aufzubauen. Für diese Bereitstellung von Liquidität werden die Anbieter belohnt. Die Belohnung enthält in der Regel einen Teil der Gebühren, die auf dem Marktplatz entstehen. Überdies gibt es häufig Belohnungen in Form von Governance Token, die an alle Nutzer (Anbieter und Nachfrager) einer bestimmten Plattform ausgeschüttet werden.

Liquidity Mining fördert die Nutzung bestimmter DeFi-Plattformen und schafft einen finanziellen Anreiz für alle Teilnehmer gewisse Services zu verwenden.

Die Belohnungen bei Liquidity Mining in Form von Gebühren (ETH) und Governance Token können wiederum auf weiteren Marktplätzen bzw. Plattformen als Liquidität bereitgestellt werden, um zusätzliche Erträge zu generieren. Insbesondere bei neuen Governance Token kann die Nachfrage nach Liquidität groß sein. Durch einen qualifizierten Einsatz verschiedener DeFi-Plattformen können User somit sehr hohe Renditen auf die eingesetzten Vermögenswerte erzielen.

Dieses Phänomen wird als Yield Farming bezeichnet. In diesem Zusammenhang wurde auch von einer neuen Agrarrevolution gesprochen. Farmer sähen quasi breit gestreut „Samen“ auf unterschiedlichen DeFi-Plattformen, um nach einiger Zeit eine beträchtliche „Ernte“ einzufahren.  Nicht wenige Kreditnehmer auf Lending-Plattformen schaffen es durch Yield Farming ihre Zinsschuld mit Farming-Renditen zu begleichen und am Ende sogar noch ein Plus zu erwirtschaften.

Auf den Punkt gebracht

Durch Liquidity Mining werden Teilnehmer für die Bereitstellung von Liquidität und die Nutzung bestimmter Services belohnt. Mit Yield Farming können bereits eingefahrene Belohnungen auf weiteren DeFi-Plattformen eingesetzt werden, um zusätzliche Belohnungen zu erhalten. Yield Farming besteht also aus mehreren unterschiedlichen Einsätzen von Liquidity Mining.

Woher stammt der Begriff Liquidity Mining?

Die Idee zu Liquidity Mining ist entstanden, um den Handel mit Kryptowährungen effizienter und demokratischer zu gestalten. Im Whitepaper aus dem Jahr 2019 wurden das Konzept und die Hintergründe genau beschrieben. Im Prinzip geht es darum, die sogenannten Market Maker dafür zu vergüten, dass sie ausreichend Liquidität für den Handel mit Kryptowährungen bereitstellen.

Denn nur mit ausreichender Liquidität kann ein Handel zu jeder Zeit und zu den erwarteten Konditionen stattfinden. Market Maker sollen diese Liquidität sicherstellen. Die Aufgabe besteht konkret darin, Limit Orders im Auftragsbuch einer Tauschbörse zu platzieren und bei Bedarf anzupassen. Somit entstehen verbindliche Angebote zum Kauf und Verkauf einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis.

Die Historie der Market Maker ist lang und reicht bis in 1970er Jahre des New York Stock Exchange (NYSE) zurück. Schon damals war es gang und gäbe, Market Maker für die Bereitstellung von Liquidität zu vergüten. Die Vergütung fand direkt oder indirekt über Rabatte statt. Doch dies war und ist in der Regel nur den ganz großen Spielern mit enormen Vermögensreserven vorbehalten.

Auch auf dem Kryptowährungsmarkt spielen Market Maker eine wichtige Rolle. Tauschbörsen und Herausgeber von neuen Token zahlen großen Hedgefonds Millionen in US-Dollar pro Jahr, um Liquidität bereitzustellen.

Genau hier setzt das Konzept von Liquidity Mining an. Die Bereitstellung von Liquidität soll einfacher, effizienter und leichter zugänglich werden. Jeder Trader soll in der Lage sein, Liquidität bereitzustellen und für das Risiko angemessen belohnt werden.

Anwendungsbeispiele von Liquidity Mining im DeFi Space

Inzwischen gibt es zahlreiche DeFi-Projekte, die an Liquidity Mining Programmen teilnehmen. Sehr viele davon haben dabei mit der Ausschüttung von nativen Token als Belohnung für die Nutzung ihrer Services begonnen.

Fazit: Liquidity Mining hat Potenzial für nachhaltigen Trend

Neben Verleihen, Handel und Staking ist Liquidity Mining eine weitere passive Einkommensquelle auf dem Kryptowährungsmarkt! Da Liquidität dort auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen wird, hat Liquidity Mining das Potenzial sich als nachhaltig zu etablieren.

Die Märkte um Kryptowährungen und DeFi sind sehr dynamisch. So werden sich voraussichtlich auch Liquidity Mining Programme im Laufe der Zeit neuen Bedingungen und Entwicklungen anpassen. Die wichtigste Frage wird sein, wann und welche Formen der Regulierung eingeführt werden.

Natürlich besteht auch das Risiko, dass der Trend Liquidity Mining versandet und immer weniger Aufmerksamkeit bekommt. Der Blockchain-Markt ist extrem schnelllebig. Es gab schon viele Trends, die wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Sobald es einen neuen Trend gibt, der hohe Renditen verspricht, werden alle Scheinwerfer darauf gerichtet sein.

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